RusDML
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RusDML Projektbeschreibung

RusDML (Russian Digital Mathematics Library) ist Teil einer global angelegten Bestrebung, die gesamte mathematische Literatur für die Fachwissenschaftler in aller Welt digital zugänglich zu machen. Der Fokus des Projekts RusDML liegt - wie der Name schon sagt - auf der russischsprachigen Literatur. In der ersten Projektphase werden die wichtigsten russischsprachigen Zeitschriften von 1866 bis in die Gegenwart hinein digitalisiert. Diese Informationen werden online verfügbar gemacht, wobei das Zentralblatt MATH als ein Portal dienen wird. In dem Projekt RusDML, das von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) gefördert wird, sind drei deutsche Partner eingebunden: Die Technische Universität Berlin (TUB), die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen und die Technische Informationsbibliothek / Universitätsbibliothek (TIB/UB) Hannover. Russischer Partner im Projekt RusDML ist die Staatliche öffentliche Wissenschaftlich-Technische Bibliothek (GPNTB) in Moskau.

Hintergrund - Motivation

Für einen heutzutage tätigen Mathematiker ist es von großem Vorteil, wenn ihm die digitale Zugriffsmöglichkeit auf russischsprachige Literatur zur Verfügung stehen würde. Zum einen bieten nicht sehr viele Bibliotheken eine große Bandbreite russischsprachiger mathematischer Zeitschriften an, zum anderen können darüber hinaus Bestellungen sehr spezieller Literatur Verzögerungen verursachen und zudem recht kostspielig sein. Selbst wenn die entsprechende Bibliothek eine englische Übersetzung einer russischen Zeitschrift anbieten kann, ist es oftmals notwendig, daß der Mathematiker den ihn interessierenden Artikel im Original einsehen kann, denn die übersetzungen der Artikel enthalten oftmals Fehler, basierend auf der Tatsache, daß meist Nicht-Mathematiker, die nicht mit der speziellen mathematischen Terminologie vertraut sind, die Übersetzungen vornehmen. Darüber hinaus enthält manchmal die Übersetzung aber auch drucktechnische Fehler in einer Formel, die der Mathematiker dann im Original nachschlagen muss, um die Arbeit zu verstehen. Zudem ist es für einen Wissenschaftler meist zweckmäßiger, die gesuchten Informationen am Computer zu ermitteln.

Application Tool

Die Ziele des Projektes RusDML stellen an die Software sehr hohe Anforderungen. Standardlösungen sowie bereits vorhandene kleinere Scriptlösungen reichen für den Umfang von RusDML bei weitem nicht aus, so dass eine neue Lösung geschaffen werden muss. Die zu entwickelnde Software muss dabei unter anderem folgende Anforderungen erfüllen: Mit Hilfe des Tools soll es möglich sein, verschiedene Informationen zu den Werken komfortabel erfassen und bearbeiten zu können. Dies betrifft neben den allgemeinen Metadaten ebenso die hierarchischen Strukturdaten der Bände sowie das Matching von logischen (aufgedruckten) und physikalischen (tatsächlichen) Seitenzahlen. Zusätzlich müssen außerdem Metadaten aus unterschiedlichen Quellen auf der Basis des Dateiformates XML z.B. aus dem Zentralblatt MATH sowie dem Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik importiert werden können. über einen WebDAV-Server wird das Tool unter anderem in der Lage sein, auf entfernte Dateisysteme mit deren Daten lesend und schreibend zuzugreifen (z.B. für die Qualitätskontrolle oder die Bearbeitung der gescannten Images). Des weiteren werden Komponenten für ein verteiltes Workflowmanagement integriert, um die Verwaltung einer verteilten Produktion und Kommunikation zwischen den Partnern zu gewährleisten. Somit wird es für jeden Projektpartner jederzeit möglich sein, den Status der Teilschritte des Workflows für einzelne Werke detailliert einzusehen. Um diese dezentrale Arbeitsteilung zu ermöglichen, wird das Tool als Webapplikation realisiert. Somit ist der Zugriff auch von verteilten Standorten problemlos möglich. Durch den konsequenten Einsatz von Java-Technologie wird neben der Plattformunabhängigkeit darüber hinaus sichergestellt, dass mittels der Unicode-Kodierung sowohl west- als auch osteuropäische Zeichensätze (inkl. kyrillisch) innerhalb des Tools Verwendung finden können.

Übersetzung und Transliterierung

Um einen benutzerfreundlichen Sucheinstieg zu gewährleisten, werden alle Titel in der Sprache der Vorlage und ergänzend wenigstens in englischer und/oder russischer Übersetzung angeboten. Alle Personennamen und Titel, die im Original in kyrillischer Schrift vorkommen, werden ins lateinische Alphabet transliteriert (gemäß ISO 9).


Nachtrag:

Verbesserung der Datenbank Zentralblatt MATH durch RusDML

Die Metadaten für RusDML werden vom Zentralblatt MATH geliefert. Im Gegenzug wird das Projekt RusDML in vielerlei Hinsicht helfen, die Nützlichkeit der Datenbank Zentralblatt MATH zu steigern. Lücken, die sich wegen des fehlenden Zugangs zu einzelnen Zeitschriften, speziell in den Kriegsjahren, ergeben haben, können geschlossen werden. Ein anderes Problem, das sich durch das RusDML-Projekt lösen läßt, ist die Vielzahl der Transliterations-Schemata. Auf der technischen Seite haben viele der Datenbankeinträge für die Zeit zwischen 1931 und 1984 Links zu einer gescannten Version der gedruckten Rezensionen im Zentralblatt MATH, das macht eine Schlagwortsuche im Text mit der Datenbank unmöglich. Das gleiche gilt für die Einträge in die Jahrbuch-Datenbank. Für diese Einträge ist die Einbeziehung der Rezensionstexte in die Zugangsstruktur - eine der bedeutendsten Einrichtungen, die RusDML leisten wird - eine Lösung. Zusätzliche Hilfsmittel in Form von Schlagwörtern und Klassifikationen werden weiterhin die abzurufenden Informationen aufwerten.

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